RFLP & Systems Engineering
Systeme beherrschbar machen – von der Anforderung bis zur Realisierung
Das RFLP-Vorgehensmodell (Requirements – Functional – Logical – Physical) bildet das methodische Rückgrat moderner Systementwicklung. Es schafft einen durchgängigen Entwicklungspfad, bei dem jede Designentscheidung nachvollziehbar von den Stakeholder-Anforderungen bis zur physischen Implementierung verfolgt werden kann.
Als erfahrener Systems Engineer unterstütze ich Unternehmen dabei, dieses Vorgehensmodell praxisnah einzuführen und effektiv umzusetzen – unabhängig von Branche und Domäne.
Was ist RFLP?
RFLP strukturiert die Systementwicklung in vier aufeinander aufbauende Ebenen:
Requirements (R) – Was soll das System leisten? Hier werden Stakeholder-Bedürfnisse in strukturierte, verifizierbare Anforderungen überführt. Jede Anforderung erhält eine eindeutige Identifikation und wird mit Akzeptanzkriterien versehen.
Functional (F) – Welche Funktionen werden benötigt? Aus den Anforderungen werden die notwendigen Systemfunktionen abgeleitet – lösungsneutral und technologieunabhängig. Funktionale Zerlegung, Use Cases und Aktivitätsdiagramme beschreiben, was das System tun muss, ohne festzulegen wie.
Logical (L) – Wie arbeiten die Komponenten zusammen? Die logische Architektur definiert abstrakte Bausteine, ihre Schnittstellen und Datenflüsse. Hier entsteht das Zusammenspiel der Systemkomponenten – noch ohne Festlegung auf konkrete Technologien oder Bauteile.
Physical (P) – Welche konkreten Bauteile setzen wir ein? Die physische Ebene ordnet den logischen Bausteinen reale Hardware, Software oder mechanische Komponenten zu. Stücklisten, CAD-Modelle und Schaltpläne bilden das Ergebnis.
Der entscheidende Mehrwert: Durchgängige Traceability. Jede Entwurfsentscheidung lässt sich über alle vier Ebenen zurückverfolgen. Bei Änderungen an einer Anforderung wird sofort sichtbar, welche Funktionen, logischen Bausteine und physischen Komponenten betroffen sind.
Mein Beratungsansatz
Leichtgewichtige, anpassbare Werkzeuge statt monolithischer Toolketten
Die Systems-Engineering-Praxis zeigt: Viele Projekte scheitern nicht an fehlender Methodik, sondern an überladenen, starren Werkzeugen, die mehr Verwaltungsaufwand als Entwicklungsfortschritt erzeugen. Mein Ansatz setzt bewusst auf einen anderen Weg.
Unter dem Projektnamen SE-Master entwickle ich eine webbasierte Systems-Engineering-Workbench, die auf folgenden Prinzipien aufbaut:
Textbasierte Modellierung mit FlowSpec – Eine eigens entwickelte, Markdown-ähnliche Domain-Specific Language (DSL) ermöglicht es, Systemarchitekturen in lesbarer Textform zu beschreiben. Logische Funktionen, Datenflüsse, Komponentenhierarchien, Schnittstellen und Vernetzungstopologien werden in einer einheitlichen, erweiterbaren Syntax erfasst. Das Ergebnis: Modelle, die versionierbar, vergleichbar und maschinell auswertbar sind – ohne proprietäre Binärformate.
Benutzerdefinierte Typsysteme – FlowSpec erlaubt es Anwendern, domänenspezifische Typen zu definieren. Ob Signaltypen in der Fahrzeugelektronik, Sensorklassen in der Medizintechnik oder Datenformate in der Industrieautomation – die Sprache passt sich dem Kontext an, nicht umgekehrt.
Offene, webbasierte Architektur – SE-Master setzt auf TypeScript, React und moderne Open-Source-Technologien. Modelle werden über ein Webfrontend erstellt und visualisiert, sind über Git versionierbar und unterstützen die Zusammenarbeit im Team.
Warum dieser Ansatz?
Klassische SE-Werkzeuge bringen oft einen hohen Einführungsaufwand mit sich, erfordern teure Lizenzen und binden Unternehmen an einzelne Anbieter. Für viele Projekte – insbesondere außerhalb der großen Automotive-OEMs – ist das weder wirtschaftlich noch notwendig.
Die Kombination aus textbasierter Modellierung und webbasierter Visualisierung bietet einen pragmatischen Mittelweg: methodisch sauber nach RFLP, aber schlank genug, um auch in kleineren Teams und Projekten sofort Nutzen zu stiften.
Leistungsspektrum
- Methodenberatung & Einführung – Aufbau eines RFLP-basierten Entwicklungsprozesses, zugeschnitten auf Ihre Domäne und Teamgröße. Von der Anforderungsstrukturierung bis zur Traceability-Strategie.
- Tooling & Werkzeugauswahl – Neutrale Beratung zur Auswahl und Konfiguration von SE-Werkzeugen. Bewertung, ob etablierte MBSE-Tools, leichtgewichtige Markdown-basierte Ansätze oder hybride Lösungen für Ihren Kontext am besten passen.
- Individuelle Lösungen – Entwicklung maßgeschneiderter SE-Werkzeuge und -Workflows auf Basis offener Technologien. Von einfachen Modell-Viewern für bestehende Architekturdaten bis hin zu integrierten Modellierungsumgebungen.
- Coaching & Schulung – Hands-on-Training für Systems-Engineering-Teams. Vermittlung der RFLP-Methodik anhand konkreter Projektbeispiele, ergänzt durch praktische Übungen mit den gewählten Werkzeugen.
Branchen
Mein Know-how ist domänenübergreifend einsetzbar. Das RFLP-Vorgehensmodell entfaltet seinen Nutzen überall dort, wo komplexe technische Systeme entwickelt werden – ob Medizintechnik, Industrieautomation, Gebäudetechnik oder Maschinenbau.